Project Description

Weisheit kommt aus Erfahrung. Erfahrung ist oft das Ergebnis mangelnder Weisheit.
Terry Pratchett

Das fertige Teneriffa-Panorama

Wie schon bei meiner Puzzlerakete nehme ich Großereignisse im Familien- und Freundeskreis gerne zum Anlass, etwas zu bauen. Diesmal hat es zwei gute Freunde von mir getroffen, die – völlig überraschend – im Frühjahr geheiratet haben. Die beiden sind große Teneriffa-Fans. Und da ich schon immer mal eine Landkarte 3D-drucken wollte, war das Projektziel eigentlich von vornherein klar.

Die 3D-Daten von Teneriffa habe ich auf einer Website gefunden, die 3D-Modelle zum Download anbietet. Mir hat das Modell auf Anhieb gefallen, denn es zeigt auch das Terrain unter Wasser. Das Modell “mal eben” auf den Drucker zu werfen war übrigens nicht drin. Trotz Verkleinerung, Beschneidung und weiteren Optimierungsmaßnahmen ploppte das fertige Druckteil erst nach über 22 Stunden vom Druckbett. Mein erster Übernachtdruck – nicht die einzige Premiere bei diesem Projekt – klappte auf Anhieb, was man von den nächsten Schritten nicht unbedingt sagen konnte.

Vom 3D-Modell zum Hingucker

Das Modell frisch aus dem Drucker…

… mit Acrylfarben bemalt …

… mit Rahmen und Epoxidharz.

Der Druck stellte sich noch als der einfachste Schritt heraus. Als nächstes musste das Modell bemalt werden. Ich habe dazu ganz normale Acrylfarben verwendet. Als Vorlage diente ein Google-Earth-Kartenausschnitt. Der Rahmen ist aus schlichtem Kiefern-Rauholz aus dem Baumarkt entstanden. Die Rahmenteile wurden geschliffen, auf Gehrung gesägt, verleimt und haben schließlich mit Dänischem Öl ihre schöne Farbe bekommen. Ein dünnes Sperrholzbrett dient als Rückwand und wurde ebenfalls verleimt – leider nicht 100% dicht, wie ich zu meinem großen Kummer feststellen musste.

Nachdem Rahmen und 3D-Modell verklebt waren, kam nämlich der große Moment: der Epoxidharzguss! Es gibt dabei viel zu beachten und so ganz gesund ist das Zeug ja auch nicht. Unter größter Vorsicht habe ich also Harz und Härter zusammengerührt, eingefärbt und auf das Modell gegossen. Und wie ich gerade so mein Werk bewundere (es sah wirklich schick aus), bemerke ich, wie langsam Ebbe einsetzt. Der Epoxidharz-Wasserstand sinkt langsam aber sicher. Ein Blick unter den Rahmen bestätigt meinen Verdacht: das Zeug läuft an mehreren Stellen aus dem Rahmen. Die folgende halbe Stunde war durch exzessiven Küchentuchverbrauch und viele Flüche gekennzeichnet. Ich erspare euch ein Bild von dieser Sauerei.

Aber, aus solchen Erfahrungen lernt man. Dem nächsten Gießversuch ging die Aufbringung einer großzügigen Schicht Maleracryls auf den Nähten am Bildrücken voraus. Und – Glück gehabt – diesmal hielt der Rahmen dicht. Und wenn ich ehrlich bin, beim ersten Guß hatte mir die Farbe des Wassers sowieso nicht gefallen.

Ein dritter Guss brachte den Wasserstand dann auf Sollhöhe. Mit dem Anbringen des ebenfalls 3D-gedruckten Schildes war das Projekt beendet. Und gerade noch rechtzeitig. Zwischen den letzten Handgriffen, einem Fotoshooting und der Übergabe lagen nur 48 Stunden. Meine Freunde haben sich jedenfalls sehr drüber gefreut!

Als würde man drüber fliegen…